Samstag, 4. Oktober 2008

WM- Liebling Ghana

24.06.2006
Die "Black Stars" aus Afrika machen einen ganzen Kontinent glücklich

Von MARCUS BÖTTCHER, DIRK HAUBRICHS und RAINER NOLTE
Würzburg - Ganz Afrika ist stolz auf seine "Black Stars". Nicht nur in deren Heimat Ghana, sondern auf dem gesamten Schwarzen Kontinent wurde der Achtelfinal-Einzug der Westafrikaner gefeiert. Und die Freude kannte dabei keine Grenzen.

In der Hauptstadt flatterten überall Flaggen in den Landesfarben rot-gelb-grün. Viele Fans hatten einen halben Tag arbeitsfrei bekommen und ließen nach dem Erfolg ihren Gefühlen freien Lauf: "Ich könnte jeden einzelnen Spieler umarmen und ihnen danken, was sie für unser Land getan haben", jubelte Krankenpflegerin Rose Adjei aus Accra.

Auch der in Ghana geborene UN-Generalsekretär Kofi Annan outete sich als Fußball-Fan: "Ich bin stolz auf meine Jungs", ließ er überglücklich verlauten.

Beflügelt vom Daumendrücken eines ganzen Kontinents schaffte Ghana bei seiner ersten WM-Teilnahme mit einem 2:1-Sieg gegen die USA als einziges afrikanisches Team den Einzug in die K.-o.-Runde.

"Und das nicht zufällig", sagt Afrika-Experte Winfried Schäfer (coachte bei der WM 2002 die Nationalelf Kameruns) "die Jungs sind eine Einheit. Ordnung und Disziplin stimmen. Da kämpft jeder für jeden. Anders als bei der Elfenbeinküste oder Togo. Dort spielen Stars wie Drogba oder Adebajor doch nur für sich."

Gemeinschaftsgefühl als Erfolgsgeheimnis - diese Spaßtruppe macht ihre Heimat kirre. "Ich habe zum Zeitpunkt des Führungstreffers mit der Botschaft in Accra telefoniert. Nach dem Treffer hörte ich nur noch Geschrei, es war die Hölle los. Ein Telefonat war nicht mehr möglich", erzählt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Nun hofft der Schwarze Kontinent, dass die Fußball-Party im Viertelfinale weitergeht. Hier wartet allerdings Weltmeister Brasilien. Schäfer: "Na und? Auch ohne Michael Essien (fehlt gelbgesperrt, Anm. d. Red.) kann Ghana es schaffen. Die Chancen stehen höchstens 60:40 für Brasilien."

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