Sonntag, 5. Oktober 2008

Wir sind weltmeisterlich

06.02.2007
Schwarz-Rot-Goldener Freudentaumel: Unsere Handballer sind die Größten - und nicht nur da ist Deutschland spitze

Von U. BÖDEKER, M. BÖTTCHER, A. HAUBRICHS und J. PHILIPPI-GERLE
Schwarz-Rot-Goldene Fahnen, Jubelgesänge, Superstimmung! Es war wie im letzten Sommer. Nur noch ein bisschen märchenhafter. Deutschland ist Weltmeister im Handball.

Ein Land im Freudentaumel mit sympathischen Stars, die auf dem Boden bleiben. 15 000 Euro bekommt jeder von ihnen für den Triumph von Köln. Sechsmal weniger als die 90 000, die die Fußball-Nationalspieler als WM-Dritte bekamen. Heiner Brands Mannschaft versprühte Charme - und ,,Henkell Trocken" statt teurem Schampus. Sie wohnte im ,,Hotel Zur Post" in Wiehl (3 Sterne), während sich im letzten Sommer Klinsi und Co. im ,,Schlosshotel am Grunewald" (5 Sterne, Einrichtung von Karl Lagerfeld) zur Ruhe bettete. Sie fuhr im Zug und saß wegen der Enge auch mal auf dem Boden statt im teuren Charter-Jet.

Vielleicht liegt`s an diese Nähe, dass die Handball-Party so wunderbar war, dass Heiner Brand meinte: ,,Wir reiten auf einer Welle des Enthusiasmus." Vielleicht auch daran, dass wir im Feiern von Weltmeisterschaften langsam auch weltmeisterlich in Form gekommen sind. Erst der Fußball, dann im letzten September Hockey (in Mönchengladbach) und Reiten (in Aachen) - jetzt der Handball. Schöner kann`s kaum kommen in einem Land, dass in vielen Disziplinen sowieso trotz aller Jammerei immer noch Weltspitze ist.

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