19.01.2007
Der Astronaut: Das müsste man im Reisebüro buchen können
Von MARCUS BÖTTCHER
Köln - Rundum glücklich, übers ganze Gesicht strahlend und mit der Welt im Reinen. Noch nie hat man den deutschen Astronauten Thomas Reiter so zufrieden gesehen. Vier Wochen nach seiner ISS-Rückkehr plauderte der 48-Jährige zum ersten Mal über seinen Ausflug in den Weltraum. Mit einem großen Ziel vor Augen.
Wunderbar", ,,überwältigend", ,,ein Genuss". Kein Superlativ war Reiter genug, im Europäischen Astronautenzentrum in Köln seinen 171-tägigen Weltraum-Trip zu beschreiben.
Doch etwas nagt am 48-Jährigen. Er will so gern nochmal ins All: ,,Es ist so dermaßen faszinierend da oben. Ich habe noch lange nicht die Nase voll. Ich bin bereit, noch einmal zu fliegen!"
Eine klare Ansage an die europäische Raumfahrtbehörde (ESA). Oder nur der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl? Denn Reiter weiß: ,,Die Reihe derer, die jetzt für kommende Missionen anstehen, ist lang. Ich muss mich erst mal hinten anstellen."
Sollte er nicht noch einmal fliegen dürfen, kehrt Reiter vielleicht als Tourist zu ,,seiner" ISS zurück. ,,Unter Umständen kann man in einigen Jahrzehnten Weltraum-Urlaub im Reisebüro buchen. Zu moderaten Preisen".
Zwischen ihm und seinem ,,Traum" steht nicht nur die ESA. Auch die Familie hat ein kräftiges Wörtchen mitzureden: ,,Keine Ahnung, ob meine Frau und die Kinder noch mal so lange auf mich verzichten. Es sind ja nicht nur die sechs Monate im All. In zwei Jahren Flugvorbereitung in Houston und Moskau haben sie mich nicht allzu oft gesehen", erklärte der zweifache Familienvater.
Vielleicht fliegen sie beim nächsten Mal alle zusammen. Als Weltraumtouristen. Reiter: ,,Obwohl die da oben eigentlich nichts zu suchen haben", erklärt er mit einem Augezwinkern.
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