13.06.2007
Von MARCUS BÖTTCHER
Süß, schick, originell - alles gute Eigenschaften des alten Renault Twingo. So begeisterte er fast 15 Jahre Millionen Autofahrer, vor allem Frauen.
Jetzt kommt im September die neue Version. Den will Renault zum echten Männerauto machen. Weg sind die charmanten Kulleraugen, die Kotflügel breit wie nie, das Heck straff abfallend (in einigen Varianten sogar mit Spoilerchen) - der neue Twingo präsentiert sich burschikos statt damenhaft.
Das zeigt auch seine Größe: der Kleine ist um satte 20 Zentimeter gewachsen, misst jetzt 3,60 Meter. Die Rücksitze (auch als zwei Einzelsitze erhältlich) lassen sich um 23 Zentimeter verschieben. Praktisch: Mit umgeklapptem Beifahrersitz passen so Gegenstände bis zu zwei Meter Länge in den, wohlgemerkt, Kleinwagen.
Platz ist also im Franzosen-Flitzer genug. Auch die großzügigen Ablagen (extra fürs Schminkköfferchen), Bluetooth- und MP3-Schnittstellen und die neue ,,Grasmatte" (bewahrt Handys und anderen Kleinkram vorm Fliegen durchs Cockpit) sind nette Spielereien.
Kraft zieht der Franzosen-Flitzer erstmals auch aus einem Dieselmotor (64 PS). Der schluckt magere 4,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer, spuckt nur 113 Gramm CO2 wieder aus. Ein Manko gibt´s doch: Den Partikelfilter sucht man beim Diesel vergeblich.
Dafür stimmt der Preis. Die günstigste Variante kostet 9250 Euro. Billig, dafür ist an Extras aber auch wirklich gar nichts drin.
Für Klimaanlage, Regensensoren, elektrische Seitenspiegel usw. muss kräftig Aufpreis investiert werden. Auch in die Sicherheit: Nur zwei Airbags sind Serie, wer ESP vermisst, muss das mindestens bis 2008.
Fazit: Der Neue will weg vom Frauenauto-Image. Schick und süß ist er deswegen nicht, erst auf den zweiten Blick ein Twingo. Dafür ein günstig-geräumiger Kleinwagen. Der leider erst gegen Aufpreis seine wahren Stärken zeigt.
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