20.04.2007
Von MARCUS BÖTTCHER
Saarbrücken - Sie hatte sich alles so schön ausgerechnet: Edith H. soll als Sachbearbeiterin bei der Versicherung Huk-Coburg in Saarbrücken mehr als 200 Autounfälle erfunden oder tatsächliche Schäden überhöht abgerechnet haben.
,,Zwischen 2001 und 2005 hat sie Schadensfälle fingiert oder vorgetäuscht, ergaunerte sich so eine Menge Geld", erklärt Oberstaatsanwalt Weyand dem EXPRESS. Rund 500 000 Euro sollen der 53-Jährigen die Tricksereien gebracht haben. Geld, das sie mit Hilfe von 15 Strohmännern beiseitegeschafft haben soll. ,,Wie es dann aufgeteilt wurde, ist noch unklar", erklärt Weyand.
Gestern wurden im Rahmen der Ermittlungen 14 Wohnungen durchsucht und ,,umfangreiches Beweismaterial sichergestellt."
Edith H. bleibt gegenüber EXPRESS kommentarlos: ,,Ich werde mich nicht dazu äußern", schluchzt sie mit tränenerstickter Stimme.
Schon öfter nutzen Angestellte ihre Position aus. Derzeit steht ein Bonner Finanzbeamter vor Gericht, der sich aus Steuerfällen 370 000 Euro in die eigene Tasche schusterte. 2005 bezahlte eine Steuerfach-Angestellte ihrem Karnevalsverein Rechnungen über 20 000 Euro - aus der Kasse der Firma.
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