Montag, 13. Oktober 2008

Endlich! NRW baut modernen Jugendknast

17.03.2007
Nach Foltermord in der JVA Siegburg

Von MARCUS BÖTTCHER
Wuppertal - Platzmangel, Überbelegung, Kontakt zu schwerkriminellen Erwachsenen in NRWs Jugendgefängnissen. Damit ist ab 2009 endlich Schluss: Nach dem Foltermord an einem 20-Jährigen in der JVA Siegburg (EXPRESS berichtete) reagiert das NRW-Justizministerium, baut ein modernes Gefängnis für 500 Jugendliche.

Der circa 70 Millionen teure Neubau in Wuppertal soll den neuesten Anforderungen des Jugendstrafvollzugs entsprechen:

Ausreichend Platz. ,,Wir werden 500 Plätze zur Verfügung haben, überwiegend Einzelunterbringung", so Ralph Neubauer vom Justizministerium NRW. ,,Die Gefangenen leben in Wohngemeinschaften zusammen. Hinter abgeschlossenen Fluren können sie sich gegenseitig in ihren Zellen besuchen - aber auch in die eigene zurückziehen.

Trennung von Erwachsenen. Hatten die Häftlinge in der JVA Siegburg noch Kontakt zu kriminellen erwachsenen Gefangenen, wird Wuppertal ein reiner Jugendknast.

Berufs-Ausbildung. Neben ausreichenden Sport- und Freizeitmöglichkeiten steht die Berufsausbildung im Vordergrund. Werkstätten, Unterrichtsräume und Ausbildungsbetriebe ziehen in neue Gebäude. Den Jugendlichen soll so die Chance auf ein normales Leben nach dem Knast geboten werden.

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