08.06.2006
So bereiten sich Elfenbeinküste, Japan und Südkorea auf ihren WM-Auftakt vor
Von M. BÖTTCHER, D. HAUBRICHS, R. NOLTE
Niederkassel/Bensberg/Bonn - Endlich ist auch das Wetter weltmeisterlich. Den drei Mannschaften lacht in ihren Quartieren im Rheinland die Sonne. Kein Bibbern und Zittern mehr bei Regen und Kälte, keine Bange vor ihrem Start in die Weltmeisterschaft.
Elfenbeinküste
Im Mannschaftsquartier der Elfenbeinküste herrscht Entspannung. Coach Henri Michel gibt sich trotz der schweren Aufgaben in der Vorrunde gelassen. Dass seine Mannschaft gegen Argentinien, Holland und Serbien-Montenegro ran muss, stört ihn nicht. Ganz im Gegenteil, er sieht seine Mannschaft dadurch sogar im Vorteil: "Die anderen stehen unter Druck, wir nicht."
Die Westafrikaner gehen ihre erste WM-Teilnahme locker an. Beim öffentlichen Training in Troisdorf wurde geflachst und getrickst. Und auch im edlen Hotel Clostermanns Hof in Niederkassel-Uckendorf ist die Stimmung unbeschwert: "Die Gäste fühlen sich sehr wohl und gehen von sich aus immer wieder auf das Personal zu. Sie scherzen viel und fragen, wie es uns geht. Es ist eine tolle Atmosphäre", schwärmt Hotelsprecher Christopher Wingrove.
Jetzt wird`s den "Elefanten" endlich warm und daher hat es ihnen die Terrasse besonders angetan: "Mit Billard und Tischtennis vertreiben sich die Spieler die Zeit draußen an der frischen Luft."
Morgen heißt es aber erst einmal Abschied vom Rheinland nehmen. Es geht nach Hamburg, dort spielen sie Samstag gegen Argentinien.
Japan
Vorgestern Abend veranstaltete die Stadt Bonn einen Empfang für die Delegation des japanischen Verbandes (JFA). Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann lud ein, doch die Spieler waren nicht dabei, sondern verbrachten den Abend im Hotel. Gestern war schließlich Trainieren angesagt, wobei sich die Japaner gerne beobachten ließen, denn im Sportpark Nord waren Zuschauer wieder zugelassen.
Heute und morgen jeweils ab 15 Uhr ist die Übungseinheit auch öffentlich.
Südkorea
Am Dienstag erreichte Südkoreas Nationalmannschaft als eines der letzten Teams Deutschland. Ges-tern stand dann für die "Red Devils" das erste Training in der BayArena auf dem Programm, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dick Advocaats Mannschaft ist froh, trotz der riesigen Euphorie zu Hause im entfernten Deutschland zu sein. Denn in der Hauptstadt Seoul regt sich Widerstand: Eine Gruppe von WM-Kritikern hat eine Anti-Weltmeisterschafts-Kampagne ins Leben gerufen. Für die "Cultur Alliance" ist "die WM eine Plage, die alles Wichtige in unserem Leben übertüncht". In Bensberg bekommt man von den aufkommenden kritischen Tönen wenig mit. Gestern jubelten rund 500 Fans und Schaulustige ihren "Red Devils" zu.
Am Samstag sind die Asiaten ab 10 Uhr beim öffentlichen Training in der BayArena in Leverkusen zu bestaunen.
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