08.02.2006
Rufmord? Ex-Präsident von 1860 München wehrt sich
Von MARCUS BÖTTCHER
München - Sie teilen sich ein Stadion, doch nun droht erneut Krach zwischen den Stadtrivalen 1860 und Bayern München. Grund ist die Aussage von Bayern-Manager Uli Hoeneß, Ex-Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser habe seinen Verein "fast insolvent" verlassen. "Was Hoeneß da von sich gibt ist unverschämt. Das ist Rufmord. Er will mich fertig machen, aber so weit wird es nicht kommen", sagte ein erboster Wildmoser. Der Großgastronom kündigte an, eine einstweilige Verfügung gegen Hoeneß zu erwirken. Doch der Bayern-Manager sieht der Drohung gelassen entgegen: "Ich würde mich sehr freuen, wenn mich Herr Wildmoser verklagt, denn dann könnte ich noch mehr sagen. Er weiß ganz genau, dass ich Recht habe."
Nach Hoeneß` Meinung steht die Finanzierung der Allianz-Arena bei den "Blauen" noch immer in den Sternen. Beide Vereine sind zu 50 Prozent an dem neuen Stadion beteiligt. Sollte 1860 den Aufstieg verpassen und eingeplante TV-Gelder nicht in die Vereinskasse fließen, "müsste die Stadt München einspringen und die Anteile von 1860 womöglich treuhänderisch verwalten, bis sich der Verein wieder erholt hat", befürchtet Uli Hoeneß. Gegenteilig zur Behauptung Wildmosers, er wolle "Sechzig zerlegen, damit wir mehr Anteile am Stadion bekommen" sagt Hoeneß: "Ich will Sechzig helfen."
In der Münchner "AZ" beschuldigte der Manager des Rekordmeisters seinen Widersacher außerdem, mit dem Bestechungsskandal um seinen Sohn fast für das Aus des Stadions gesorgt zu haben. "Die Arena war ja kurz vor dem Kollaps. Das waren die härtesten zwei Jahre meines Lebens - und die stellen das immer noch als Kavaliersdelikt hin. Das ist doch nicht zu fassen!"
Uli Hoeneß stellt immer noch jeden Morgen "eine Kerze auf, damit 1860 aufsteigt". Das 2:2 am Montag gegen Fürth war allerdings ein Schritt in die falsche Richtung.
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