Samstag, 4. Oktober 2008

Deutz-Berlin und zurück in 15 Stunden

15.06.2006
EXPRESS-Reporter fuhr mit in der Mutter aller Samba-Züge

Von MARCUS BÖTTCHER
Köln - Samba di Colonia: Brasiliens Fans tanzen und feiern. Dazu ein Klima wie am Zuckerhut. Und das alles bei Tempo 200. Willkommen in der Mutter aller Samba-Züge.

Erstmals fuhren Sambazüge durch Deutschland, die den Namen auch wirklich verdienten: Brasiliens Fußballverband hatte für seine Fans zwei ICEs gechartert, 1500 wippten im Trommel-Rhythmus nach Berlin. Und der EXPRESS-Reporter mittendrin.

Ziel: Das WM-Stadion der Hauptstadt, Schauplatz des ersten Auftritts von Ronaldinho & Co. Punkt 13.50 Uhr: Abfahrt des ICE-Sonderzug nach Berlin-Spandau. Der Deutzer Bahnhof gleicht der Avenida Atlantica, Rio´s Prachtmeile im Karneval.

Kaum drin im Zug, erste Brasilianer-Pflicht: Eindecken mit deutschem Bier und Caipirinha: Beides fließt reichlich. Erste Trommel-Sessions dröhnen durch die Waggons. Bei Temperaturen nahe 40 Grad (zwischenzeitlich fiel die Klimaanlage aus) gab´s die erste Sies-ta, Kräfte für`s Stadion sammeln.

Leiser wurd´s trotzdem nicht: Feurige Diskussionen um die Höhe des Sieges machten die Runde. Schließlich Einigung auf ein gütliches 4:0. Glück gehabt, Kroatien. 18.20 Uhr: Köln´s Brasilianer treffen auf ihre Landsleute. Janz Berlin is eene Wolke in Grün-Gelb.

Die Rückfahrt ab 0.40 Uhr ist weniger spaßig. Die "Selecao"-Leistung hatte die Fans ermüdet. Sogar der mitgereiste Papp-Ronaldo (bewegte sich immerhin mehr als das Original) verschwand in einer Ecke. Auch ich lege mich schlafen. Um 4.35 Uhr endlich die erlösende Durchsage: "In wenigen Minuten erreichen wir Köln-Deutz." Trotz der Anstrengungen: Schön war´s allemal!

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