Samstag, 4. Oktober 2008

Berbatovs Näschen knackt den Wolfsriegel

09.02.2006
Leverkusen- Wolfsburg 4:0

Von ALEXANDER HAUBRICHS und MARCUS BÖTTCHER

Leverkusen - "So was hat man lange nicht gesehen", sangen die Bayer-Fans. Und sie hatten Recht. Das 4:0 (1:0) über den VfL Wolfsburg war das erste restlos überzeugende Heimspiel der Saison - und mit dem zweiten Erfolg in der BayArena in Folge gedeihen in Leverkusen wieder die ersten zarten Europa-Cup-Träume. Trainer Michael Skibbe: "Ich hoffe, jetzt ist der Knoten geplatzt."

Dabei hatte lange rein gar nichts darauf hingedeutet. Allein die Minuskulisse von rund 20 000 Zuschauern verdeutlichte die Entwicklung der beiden Klubs, die mit vielen Millionen von den Mutterkonzernen Bayer und VW gesponsert werden.

In der ersten Hälfte erinnerte nur das Flutlicht an vergangene Champions-League-Abende. Skibbe hatte eine Art Rudi-Gutendorf-Gedächtnis-Abwehr aufs Feld geschickt, gleich sechs Defensivspieler suchten vergeblich Gegenspieler - weil sich die Gäste aus Wolfsburg jeder Spielbeteiligung verweigerten. Erst Voronins Geistesblitz und Berbatovs Näschen knackten den Wolfsriegel - das 1:0 nach einem Abwehrfehler.

Dann legten die Leverkusener nach. Für Bayers Ex-Coach Klaus Augenthaler und seine Truppe wurde es zu einer sportlichen Demütigung. Erst Barnetta mit einem coolen Heber, dann Schneider mit einem Klassefreistoß, schließlich sogar der rustikale Madouni per Kopf - Leverkusen brannte ein Feuerwerk ab. Skibbe erfreut: "Wir sind an die Tabellenplätze herangerutscht, auf die wir hingehören. Und man hat gesehen, dass die Mannschaft Spaß am Fußball hat." Torschütze Bernd Schneider erklärte den letztlich klaren Erfolg so: "Das ist manchmal Kopfsache - bei 2:0 oder 3:0 wird Fußball etwas einfacher."

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