Samstag, 4. Oktober 2008

50 Kilo Schnecken für die Elefanten

15.06.2006
Japaner-Speisen geheim. Korea mit eigenem Koch

Von M. BÖTTCHER, D. HAUBRICHS, R. NOLTE

Köln - Schnecken sind zwar superlangsam, aber dafür ausdauernd und lecker - so sehen es die Spieler der Elfenbeinküste. 50 Kilo der Delikatesse haben sie sich ins Hotel nach Niederkassel liefern lassen. Schnecken-Doping bei den Elefanten und wie schlemmen die anderen Teams im Rheinland?

Die Japaner im Bonner Hilton Hotel beklagen sich nicht über die Ernährung, aber verraten auch nicht, was ihnen aufgetischt wird. Bekannt ist nur, dass alle Nahrungsmittel aus der Heimat eingeschifft wurden. Geheimniskrämerei, worüber im Schloss Bensberg bei den Süd-Koreanern nur die Köpfe geschüttelt werden.

In der Hotel-Küche herrscht emsiges Treiben. Die Jungs von Trainer Dick Advocaat kommen gleich vom Training und haben Bären-Hunger. Die Koreaner brachten ihren eigenen Koch mit. Jichoon Jung (42) spricht kein Wort Deutsch und auch kein Englisch. "Wir haben deswegen extra einer koreanisch sprechenden Service-Kraft eine Schürze umgehängt, die jetzt dolmetscht", so Hotel-Sprecher Markus Pütter. "Ich koche auch privat und kann so nicht nur beim Übersetzen helfen", so der 52-jährige Chung. "Wir gehen jeden zweiten Tag in Düsseldorf koreanische Spezialitäten einkaufen", so der Aushilfskoch. "Ich spreche jeden Morgen mit dem Teammanager den Speiseplan ab", erklärt der Mannschaftskoch, der die koreanische Landeskost Kim-Chi (scharf eingelegter Kohl) bereits aus Asien mitgebracht hatte. "Jung ist für die koreanische Küche zuständig, ich für den europäischen Teil", so Schloss-Chefkoch Graun. "Steaks gehen besonders gut." Auch beim gestrigen Grillabend mit den Familien im Hotelgarten.

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